Bereits zum zweiten Mal hat Harry Lipp, Leiter der IGH-RAD-AG, Radsport-Profis aus verschiedenen Disziplinen eingeladen, um an der IGH über ihren Alltag als Radsport-Profi zu berichten und ihren Sport genauer vorzustellen. 

Den Auftakt machte dieses Mal wieder die Downhill-Profifahrerin Abby Hogie, die 2017 ihr Abitur an der IGH ablegte und davor mehrere Jahre in der RAD-AG aktiv war.

Neben der RAD-Klasse 5.3 waren viele weitere SchülerInnen, Rad-MentorInnen, Lehrkräfte und Eltern anwesend, die Abbys Vortrag gespannt zuhörten.

Über einen JtfO-MTB-Wettkampf, zu dem sie Harry Lipp während ihrer Schulzeit noch etwas überreden musste, kam Abby überhaupt erst zum Mountainbike-Sport und war schnell Feuer und Flamme. Ein paar Jahre später entdeckte sie das Downhill fahren für sich und nahm bereits ab 2019 an Europa- und Weltcup-Rennen teil.

Auch an internationalen Meisterschaften wie der Weltmeisterschaft hat Abby in den letzten Jahren mehrfach teilgenommen. Als gebürtige Amerikanerin fährt sie bei diesen Anlässen für die US-amerikanische Nationalmannschaft.

Die erfolgreiche Saison 2025 hat sie vor wenigen Wochen mit einem letzten Rennen in Kanada beendet, indem sie 18. Wurde. In der Gesamtwertung des Europacups belegte sie sogar den 2. Platz.

In den Wintermonaten kehrt nun ein wenig Ruhe in den anstrengenden Wettkampf- und Trainingsalltag ein, so dass Abby sich wieder mehr um ihr Studium der Sportwissenschaften an der Uni Heidelberg kümmern kann, aber auch Zeit für den Besuch und ihren interessanten Vortrag an der IGH findet. 

Mit dabei ist natürlich auch ihr aktuelles Downhillbike. Das sorgte bei vielen der ZuhörerInnen für staunende Gesichter. Als sie hörten, dass ein solches Bike locker 9000 € wert ist, mussten manche doch ganz schön tief durchatmen. An einigen Bauteilen und technischen Details erklärte Abby genau, warum dieses Fahrrad so teuer ist. Es sei tatsächlich auch genau auf ihre Körpermaße und fahrerischen Bedürfnisse angepasst und wird ständig verbessert. Mit ihrem aktuellen Bike wäre sie ziemlich zufrieden gewesen, aber ihr nächstes für die kommende Saison wird sicher noch besser, denn einiges wird auch da noch mal optimiert.

An dieser Stelle kam die Frage auf, was denn das alles im Jahr überhaupt kostet.

Inklusive Reisen, Verpflegung und Kosten für den Lebensunterhalt müsste man schon mit ca. 20.000 € jährlich rechnen, meinte Abby. Zum Glück hat sie auch aufgrund ihrer tollen sportlichen Leistungen viele Sponsoren, die diesen Betrag abdecken.

Des Weiteren hat sie auch ein Sportstipendium und gibt als Trainerin regelmäßig Fahrtechnik-Kurse. Somit kann sie von ihrem Sport ganz gut leben. 
Eine Frage, die bei einem solchen Sport natürlich auch nicht ausbleibt, ist die nach Verletzungen. Dazu zeigte Abby einige ihrer Röntgenaufnahmen. Bislang hatte sie, wie sie selbst sagte, noch keine „allzu schweren“ Verletzungen. Ihr Schlüsselbein war allerdings schon zweimal gebrochen und auch ihre Handgelenke. Alle Verletzungen konnte sie bisher gut wegstecken, aber insgesamt hat das bei ihr trotzdem zu einem Umdenken geführt und so geht sie beim Fahren nicht mehr jedes Risko ein.

Abby ist der Meinung, dass sie aktuell in ihrer besten Form sei. Ihre vielen hervorragenden Platzierungen in Europacup- und Weltcuprennen der letzten Saison belegen das auch eindrücklich. Ein paar Jahre will sie also noch weiter im Profibereich Downhill fahren. Für danach hat sie aber auch schon Pläne. Sie möchte dem Downhillsport hinter den Kulissen erhalten bleiben und gerne im Bereich Marketing bei der Sponsorengewinnung arbeiten.

Nach ihrem äußerst informativen und unterhaltsamen Vortrag nahm sich Abby noch jede Menge Zeit, um allen ein persönliches Autogramm auszustellen, Fotos zu machen und noch weitere zahlreiche Fragen zu beantworten.

Vielen Dank, Abby, dass du wieder einmal bei uns gewesen bist. Wir freuen uns aufs nächste Mal und wünschen dir schon jetzt eine erfolgreiche Saison 2026. 

Ein weiteres Highlight in der Reihe „Meet the Pro“, ließ nicht lange auf sich warten. Bereits drei Tage später war der Rennrad-Profi Jonas Rutsch zu Gast in der IGH-RAD-AG. Jonas Rutsch, der unter anderem bereits dreimal die Tour de France gefahren ist, hatte ebenfalls sein Rennrad und zahlreiches Equipment dabei und berichtete aus seinem harten und anstrengenden Alltag als Rennrad-Profi, mit straffem Trainingszeitplan und fest vorgeschriebener Ernährung. Ein ausführlicher Bericht der RNZ folgt an dieser Stelle in Kürze.

Text: Ulrike Wittig und Harry Lipp

Fotos: Harry Lipp