Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläumsjahres der Internationalen Gesamtschule Heidelberg unter dem Motto „Segel setzen für morgen“ fand die erste multireligiöse Feier in der Geschichte der Schule statt. In einer Zeit globaler Krisenherde und dem Erstarken des Kräftemessens populistischer und extremistischer Positionen setzte die Schulgemeinschaft damit ein deutliches Zeichen für die gesellschaftliche Verständigung der Kulturen. Das Teilen von Friedensbotschaften, die in der menschlichen Sehnsucht danach Ihren Ausdruck finden, bildete den Ausgangspunkt der Feier im blühenden Schulgarten der Schule.
Ins Leben gerufen wurde dieses Projekt von den Fachschaften Religion und Musik, die durch die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern dieses Projekt umsetzten. Bei der Entwicklung flossen die alltäglichen Erfahrungen von der Kraft des multireligiösen und multikulturellen Dialogs mit ein.
Die Vielfalt der Heidelberger Religionsgemeinschaften wurde durch Gäste verschiedener Institutionen vertreten. Neben Herrn Haas vom Arbeitskreis christlicher Kirchen (ACK) waren Frau Isakovic und Frau Halszka Sliwa-Ohnesorge (Mosaik Deutschland e.V.) sowie Herr Ebrem als Vorstandsmitglied der Muslimischen Akademie Heidelberg, getragen durch Teilseiend e.V. und Herr Aydin, der Sekretär des muslimischen Vereins Rohrbach (Yavuz-Sultan-Selim-Moschee) anwesend. Die Feier fand in dem der Schule gegenüberliegenden Schulgarten statt, der bereits zur Gründung der Schule vor 50 Jahren als symbolträchtiger Ort des Zusammenkommens während des Ganztages ausgewählt wurde.
Die liturgische Leitung der Feier übernahmen der Imam Herr Erdogan Aslantas, die evangelische Schuldekanin Frau Dr. Großklaus, und Herr Lindner, der Wortgottesdienstleiter in der katholischen Kirche und Lehrer an der IGH ist. Die musikalische Leitung übernahm die Musikfachschaft unter der Leitung von Otmar Wiedenmann-Montgomery mit der LehrerInnenband und dem LehrerInnenchor. Die musikalischen Beiträge der gesamten Fachschaft zogen das Publikum von Beginn an in den Bann. Ein hinduistischer Friedenswunsch, der mit einer body percussion von Schülerinnen vorgetragen wurde, erweckte die Verbundenheit einer friedliebenden Gemeinschaft zum Leben.
Die Feier verwandelte den Ort in einen besonderen Raum, in dem Worte und Handlungen eine tiefere Bedeutung entwickeln, die durch verschiedene religiöse und kulturelle Traditionen und Schriften hinweg erfahrbar wird. In ihrer Ansprache nutzte die Fachschaft Religion vertreten durch Christine Brantzen als Leitung die Metapher des Brunnens. Auch wenn die Wege zum Wasser unterschiedlich sein mögen, so schöpfen doch alle Religionen aus derselben Tiefe. Dass sich in allen Weltreligionen Wahrheiten finden lassen, wie der Glaube an Rettung, Erlösung und das Wissen um einen liebenden Gott sowie die Geborgenheit in der einen Schöpfung stünden sichtbar nicht hinter den Ansprüchen der Religionsgemeinschaften zurück, so Brantzen.
Als sichtbares Zeichen der Wertschätzung und der lebendigen Gegenwart der verschiedenen Glaubensrichtungen wurden Kerzen entzündet. Das Herzstück der Feier bildete ein kleiner Leitfaden durch Friedensgeschichten und -erzählungen der abrahamitischen Religionen. Ein bewegender Moment bildete das Formulieren von Friedensbitten der Anwesenden. Zum Ende der Feier wurde der ausgewählte Text des Rabbiners J. Pawelczyk-Kissin verlesen, welcher die Brücke zwischen den Traditionen schlug. Mit dieser Feier hat die IGH im Jubiläumsjahr die Segel und sich bewusst ausgerichtet auf den interreligiösen Dialog. Die Frage und der Glaube an eine Kraft, die in mannigfacher Form und Gestalt Menschen Gutes will, soll auch an der IGH als Friedensschule weiterhin ihre Wirkung entfalten und den Menschen dort im Herzen und im Verstand berühren. Die Religionsfachschaft und die Musikfachschaft im April 2026



